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Erfahrungsbericht

  • vor 4 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

  

Finde dein Warum 


Was passiert, wenn man sich wirklich auf die eigene Geschichte einlässt? Ein persönlicher Erfahrungsbericht zum Prozess „Finde dein Warum“ nach Simon Sinek in  Zusammenarbeit mit Christina Grunert.  


Ich bin offen und neugierig in den Workshop gegangen, mit der klaren Frage im Kopf: Kann das wirklich funktionieren? Kann man in Gesprächen mit einer zunächst „unbekannten Person“  herausfinden, was das eigene „Warum“ ist, oder bleibt es am Ende doch etwas, das man sich  eher rational herleitet?  


Ich bin grundsätzlich ein eher kopfgesteuerter Mensch.  

Über Gefühle zu sprechen fällt mir nicht leicht. Damit meine ich nicht den lockeren Austausch  oder Begegnungen im Alltag, sondern die wirklichen, tiefgründigen Gespräche. Ich neige dazu,  Dinge eher zu analysieren, als sie wirklich zu fühlen. Vielleicht war genau das auch ein Grund, warum ich neugierig war und gleichzeitig nicht sicher wusste, ob dieser Ansatz für mich überhaupt funktionieren kann.  


Die Vorbereitung

Was ich nicht erwartet habe, war, wie viel schon die Vorbereitung in mir auslöst.  

Beim Ansatz „Finde dein Warum“ nach Simon Sinek geht es darum, über die eigene  Lebensgeschichte und prägende Erfahrungen herauszuarbeiten, was einen im Innersten  antreibt. Im Mittelpunkt steht nicht das, was man tut oder wie man etwas tut, sondern warum  man es tut – also die tieferliegende Motivation, die sich wie ein roter Faden durch das eigene Leben zieht. Dieser Prozess entsteht nicht durch reines Nachdenken, sondern vor allem durch  Erzählen, Zuhören und das Erkennen von wiederkehrenden Mustern.  

Mich hinzusetzen und meine Lebensgeschichte aufzuschreiben, war kein reines Erinnern,  sondern eher ein bewusstes Zurückgehen. Situationen noch einmal anschauen,  Zusammenhänge erkennen, Dinge wieder zulassen, die lange keinen Raum mehr hatten. Dabei sind Erinnerungen aufgetaucht, die ich fast vergessen hatte, und andere haben plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommen.


Das erste Treffen

Als das erste Gespräch mit Christina Grunert begann, habe ich schnell gemerkt, dass hier etwas anders ist. Ich habe erzählt, und mir gegenüber saß jemand, der wirklich zugehört hat. Ruhig, aufmerksam, präsent. Ohne zu bewerten, ohne zu unterbrechen, ohne etwas in eine Richtung zu lenken. Das kannte ich so nicht, und mir wurde bewusst, dass ich derartige Gespräche bisher entweder nicht zulassen wollte oder dass ich eher meinem Gegenüber zugehört habe und selten wirklich über mich mit anderen gesprochen habe.  

Und genau diese Ruhe im Gespräch hat etwas in mir verändert.  

Ich habe mich verstanden gefühlt und gleichzeitig angenommen, so wie ich bin – auch in den Momenten, in denen ich selbst noch gar nicht genau greifen konnte, was da eigentlich gerade  passiert. Es gab keinen Druck und keine Erwartung. Ich konnte über meine Geschichte sprechen, ohne Rücksicht darauf nehmen zu müssen, dass sich jemand angegriffen oder verletzt fühlt oder dass mich jemand bewertet.  

Im Laufe des Gesprächs sind Themen an die Oberfläche gekommen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. An Stellen, die ich selbst als nebensächlich eingeordnet hätte, wurde ich  plötzlich emotional. Und in diesen Momenten habe ich gemerkt, dass dort viel mehr liegt, als ich mir vorher bewusst gemacht habe. Gleichzeitig sind andere Dinge, die ich immer für zentral gehalten habe, in den Hintergrund gerückt. Christina hat dabei aufmerksam zugehört und meine Erzählungen schriftlich festgehalten.  


Die Themenzusammenfassung

Was mich besonders berührt hat, war der Moment, in dem ich meine eigene Geschichte  schriftlich zurückbekommen habe. Strukturiert, klar und gleichzeitig mit einer Tiefe, die ich so selbst nicht hätte formulieren können. Zu sehen, wie sich einzelne Erlebnisse verbinden und wie sich ein roter Faden durchzieht, hat in mir sehr viel ausgelöst. Es war, als würden sich Puzzleteile zusammenfügen, die schon lange da waren, aber nie wirklich ein Gesamtbild ergeben haben. Mir wurde klar, dass ich das bisher nicht zulassen konnte, weil ich viele Dinge nicht hören wollte.  

Ich habe lange an meiner Vorstellung von meiner Kindheit festgehalten. Vielleicht auch deshalb,  weil ich nicht wollte, dass meine Sicht auf meine Eltern ins Wanken gerät. Rückblickend habe  ich mir manche Erlebnisse anders erklärt, um daran festhalten zu können.  

Ich bin heute Anfang 50 und habe im Laufe meines Lebens bereits viele Formen von Coaching  und auch Psychotherapie erlebt. Und trotzdem hat sich dieser Prozess noch einmal anders angefühlt. Vielleicht, weil er genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Vielleicht auch, weil sich die  Möglichkeit einfach ergeben hat und sich für mich stimmig angefühlt hat, mich darauf einzulassen.  


Das Warum

Mit jedem weiteren Gespräch mit Christina wurde klarer, was mich wirklich antreibt.  Welche Themen sich durch mein Leben ziehen, was mir wichtig ist und warum ich bestimmte  Entscheidungen treffe. 

Und dann kam dieser Satz.  

Ich hatte nicht das Gefühl, ihn zu entwickeln.  

Es hat sich eher so angefühlt, als wäre er schon lange da gewesen und hätte nur endlich eine  klare Form bekommen.  

Das war für mich ein sehr besonderer Moment.  

Ich möchte ihn bewusst nicht nennen, denn jeder sollte völlig frei sein, den eigenen Satz zu  bilden und zu fühlen, ohne vorher in eine Richtung geschoben zu werden.  


Der Weg zum Warum

Was diese Arbeit für mich so wertvoll macht, ist nicht nur das Ergebnis, sondern der gesamte  Weg dorthin. Sich wirklich mit sich selbst auseinanderzusetzen, die eigene Geschichte  anzuschauen und dabei begleitet zu werden von jemandem, der zuhört, nachfragt und genau die richtigen Impulse setzt, verändert etwas. Nicht laut und nicht oberflächlich, sondern ruhig, klar und nachhaltig.  

Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ein solcher Prozess so viel in mir bewegen kann. Und genau deshalb bin ich heute der Überzeugung, dass es sich lohnt, sich einmal die Zeit zu  nehmen, um sich mit seinem eigenen „Warum“ zu beschäftigen. Es geht dabei nicht darum, am  Ende einen Satz für sich zu haben – es geht um das eigene Verständnis darüber, was dich wirklich antreibt, und darum, Klarheit für dich zu bekommen.  

Für mich war das weit mehr als nur ein Workshop, es hat mir Türen geöffnet.

Was für mich besonders bleibt: Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich keine Scheu mehr,  mich und meine Gefühle anzuschauen und ihnen ins Gesicht zu blicken. Das bin ich, mit all  meinen Erfahrungen, und es fühlt sich beruhigend und schön an.  

Danke, liebe Christina!




Ich habe mich sehr über diesen ausführlichen Erfahrungsbericht gefreut, deshalb habe ich ihn hier auch ungekürzt veröffentlicht. Danke, Natascha, dass du dir so viel Zeit genommen hast uns einen so tiefen Einblick in deine Erfahrungen zu ermöglichen.

Zwei Anmerkungen möchte ich noch ergänzen:

1.) Die Erfahrung, dass Erinnerungen, oft negative, über die man schon oft nachgedacht hat, sich in einer etwas verrückten Perspektive zeigen, wenn sie in einem größeren Kontext erzählt werden, passiert sehr oft. In diesem großen Kontext verlieren sie meistens auch ihren Schrecken. (Ausgenommen sind hier echte Verluste.)

2.) Auch die Beobachtung, dass der Workshop Türen öffnet habe ich schon sehr oft gehört. Ich vermute, dass wir durch die Erkenntnis, was uns wirklich antreibt, unsere Wahrnehmung schärfen und eher erkennen, welche Möglichkeiten uns umgeben.

Möchtest du auch dein Warum finden, dann lass uns reden, finde heraus ob die Chemie zwischen uns stimmt und stell mir deine Fragen: Zum Kalender



 
 
 

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