Ich habe zu wenig Zeit!

Aktualisiert: März 31

oder So lange dauert das?


Das sind 2 Aussagen, welche ich immer wieder von meinen Kunden höre.


Ja, wir Vielseitigen haben immer zu wenig Zeit, denn das Leben ist voller Dinge, die wir machen, lernen, ausprobieren können und wollen. Und es kommen ständig neue Dinge und Idee dazu.


Auf der anderen Seite wollen wir schnelle Ergebnisse, wollen wir schnelle Erfolge, sind wir oft sehr ungeduldig. Wir möchten Dinge schnell erledigt haben, um uns den neuen Ideen und Interessen, die schon warten, zu wenden zu können.


Bestimmt kennst du das auch. Es ist normal.


(ein Foto von Brad Neathery)

Musst du Zeitvorgaben immer einhalten?


Auch von Außen bekommen wir gesagt, wieviel Zeit wir wofür aufbringen sollten.

So gibt es zum Beispiel eine "Regelstudienzeit". Wenn wir länger brauchen, sind wir uneffektiv und im schlimmsten Falle einfach dumm.


Also haben wir 2 Möglichkeiten:


1. Möglichkeit: Wir blenden alles um uns herum aus und fokussieren uns auf genau diese eine Sache, die wir jetzt zu Ende bringen wollen und sollen. Und kommen ins Tun. Am besten sogar in den Flow.


Ist diese Sache vergleichsweise schnell erledigt, dann schaffen wir das auch.


2. Möglichkeit: Wir nehmen von Anfang an hin und kommunizieren es auch, dass wir länger an dem speziellen Thema arbeiten, dafür aber auch noch andere Themen übernehmen.


Denn ist es etwas langfristiges, dann hilft uns "ausblenden und konzentrieren" nur in der Anfangsphase weiter. Haben wir langfristig zu wenig Abwechslung in der Arbeit und im Leben, sinkt unser Konzentration, wir sind schneller reizbar und wir werden ineffektiv, sprich unsere Produktivität verlässt uns.

Also ist es besser du hältst dir die Möglichkeit offen, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Mach mehrere Sachen nebeneinander. Verzettle dich aber nicht. Mit einer guten Struktur und ein wenig Planung ist das gar nicht so schwer.


Ein anderer Ruf der uns Vielseitigen vorauseilt:


Wir Vielseitigen bringen nichts zu Ende.


Natürlich bleibt bei uns mehr liegen als bei anderen. Denn wir fangen viel mehr Sachen an als andere und stellen dabei auch oft fest, dass das eine oder andere einfach nicht wie gedacht funktioniert. Warum sollten wir uns länger mit einer Sache beschäftigen, die nicht für uns funktioniert. Wir legen, was nicht funktioniert zu Seite. Vielleicht greifen wir auch eine alte Idee Jahre später wieder auf. Wenn die Zeit reif ist.


Doch diese Erwartungshaltung: "Vielseitige bringen nie etwas zu Ende", setzt uns natürlich unter Druck. Wenn wir es oft genug gehört haben, dann glauben wir es am Ende auch. Und fühlen uns ganz dumm und unstrukturiert.


Um aber nicht immer wieder in das Gedankenkarussell "ich muss mehr - ich muss schneller - ich schaffe ja gar nichts" zu fallen, schau dir an wofür du deine Zeit verwendest.


3 Schritte zu einem besseren Zeitgefühl


Es ist ganz einfach:


Schritt 1: Schätze deine Zeit


Schreibe dir als erstes auf, wie viele Stunden du für eine Tätigkeit in der Woche nutzt.


Ein paar kleine Beispiele:


6 Stunden für Sport und Spaziergang

56 Stunden Schlaf

14 Stunden Essen

30 Stunden Arbeit …


Addiere die Stunden, und dann schlage noch 30% Puffer drauf. Diese 30% Puffer brauchst du für Stau zur Arbeit oder den Schwatz mit der Nachbarin am Zaun oder eine umgekippte Kaffeetasse oder… Irgendetwas passiert immer.


Du hast ganz real 168 Stunden in einer Woche zur Verfügung. Was schätzt du, wieviel Stunden du nutzt? Ich war schon ohne die 30% Puffer bei 172 Stunden. Kein Wunder also, dass ich mich immer etwas “unzureichend” gefühlt habe.


Schritt 2: Plane und beobachte deine Zeit


Mach dir eine Tabelle und plane ganz ordentlich deinen nächsten Tag. Trage alle Termine, alle Wege, alle geplanten Aktivitäten ein.

Am nächsten Tag, schreibst du alle Aktivitäten auf, die du wirklich gemacht hast oder an denen du teilgenommen hast. Schau dir den Unterschied zwischen der Planung und der Umsetzung an. Woher kommt der Unterschied? Wann bist du wirklich am produktivsten?


Kleiner Tipp: Wenn ich immer daran denken muss, dass ich meine Zeit beobachten soll oder will, dann bin ich schnell genervt davon. Aber wenn ich mir nur alle 3-4 Stunden dafür Zeit nehme (also 3x am Tag) und dann den Zeitverlauf nachtrage, geht es ganz gut. Also kurzer Eintrag in der Mittagspause, dann am Nachmittag und dann noch einmal am Abend und schon hat man eine unkomplizierte Übersicht über den Tag.


Schritt 3: Energiegeber und Energieräuber


Unsere Zeit ist zu wertvoll, um sie mit Energieräubern zu verbringen. Deshalb nimm jetzt am besten 2 Textmarker und streiche alle Energieräuber in einer Farbe an und alles was dir Energie gibt markierst du in einer anderen Farbe. Energieräuber: Jetzt schaust du dir deine Energieräuber an. Musst du diese Arbeit/ Tätigkeit wirklich selber machen oder kannst du sie auslagern? Wer könnte sie vielleicht viel besser erledigen als du?

Wieder ein paar kleine Beispiele:

Du willst nicht mehr für die ganze Familie kochen? Dann lerne deine Kinder an. Spagetti mit Tomatensoße bekommen auch schon Grundschulkinder hin.

Minimiere deine Wäschehaufen, indem du möglichst viel in die Reinigung gibst.

Oft haben meine Kunden keine Lust ihre Blogartikel selber zu schreiben. Doch sie wollen ihre Expertise zeigen und gut bei Google ranken. Du kannst das Schreiben von Blogartikeln auslagern. Es gibt Texter, die sich genau darauf spezialisiert haben.


Buchhaltung ist auch für Viele ein Hassthema: vielleicht hast du eine Freundin, die diese Arbeit gerne übernimmt oder auch dafür leistest du dir einen Profi. Die Zuarbeit, die du leisten musst, um deine Buchhaltung auslagern zu können, ist übersichtlich und funktioniert schon papierlos. Was ich selber einfach prima finde.


Spüre den Auftrieb, wenn es dir gelingt Energieräuber auszulagern und diese Arbeit andere machen zu lassen.


Energiegeber: alles was uns wirklich Spass macht und worin wir richtig gut sind, gibt uns auch Energie. Dir davon mehr in dein Leben zu holen, wird dir ganz sicher nicht schwer fallen ;-).


Du wirst merken, wie sehr es dich schon entspannt, zu sehen, dass du die Zeit, welche du hast, voll ausnutzt. Dass du nicht faul bist, nicht undiszipliniert und auch nicht schlecht planst.


Schreibe mindestens 14 Tage dein Zeittagebuch. Dann wirst du einen Rhythmus erkennen und kannst diesen gezielt für deine Zeitplanung nutzen.


Zum Beispiel habe ich, als meine Kinder klein waren, mit ihnen zusammen Mittagsschlaf gemacht. Das hat mir so viel Erholung gegeben, dass ich bis spät in die Nacht hinein noch konzentriert arbeiten konnte.


Gestatte dir deine Rollen und deine Themen, immer wieder zu wechseln, so wie es dir gut tut. Willst du doch einmal strukturiert und konzentriert länger an einem Thema arbeiten, dann hol dir Unterstützung. Such dir zum Beispiel ein Sparringspartner. Er kann dir Helfen am Thema dran zu bleiben, auch wenn du gerade die ideale Struktur verlassen willst.

Mehr zum Sparringspartner kannst du hier lesen.


Ich habe im Wochenimpuls 3 Arbeitsblätter für dein Zeittagebuch hinterlegt.



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