Was ist, wenn du nicht anfangen kannst?

Aktualisiert: 11. Mai

Du kennst das bestimmt. Es kreist eine wunderbare, neue Idee durch deinen Kopf. Es würde großartig werden, wenn du es nur umsetzen würdest.

Manchmal sind unsere Ideen so groß oder einfach nur so anders, als alles was wir bisher gemacht haben, dass uns ein wenig schwindelig wird. Du hast dann die Möglichkeit, die Idee vom Tisch zu schieben. Das Problem dabei ist, wenn sie wirklich gut ist, kommt sie einfach immer wieder zum Vorschein. Du kannst dich ihr nicht entziehen. Gerade wir Vielseitigen, werden von solchen Ideen gern verfolgt. Wir verlassen immer wieder bekanntes Gebiet. Wir sind geübte Anfänger. Eine unserer ganz großen Stärken.

Angst ist übrigens keine Schwäche. Angst will uns beschützen. Aber Angst ist auch ein Wegweiser dafür, dass dir etwas richtig wichtig ist. Siehe oben: die Idee kommt immer wieder zum Vorschein.

Was gab dir in der Vergangenheit die Motivation dich auf den Weg zu neuen Ufern zu machen?

Mir geben die bekannten Punkte auf einem neuen Gebiet die nötige Sicherheit.

Moderiere ich einen neuen Workshop, dann ist es schön, wenn ich schon 2-3 Leute kenne und sie auch sympathisch finde.

Gebe ich ein Webinar zu einem neuen Thema, experimentiere ich nicht mit der Technik sondern benutze Technik, mit der ich schon gute Erfahrungen gemacht habe.


Sehr hilfreich finde ich auch Rahmen: zeitliche Rahmen, räumliche Rahmen, gesellschaftliche Rahmen, inhaltliche Rahmen.

Rahmen oder Grenzen geben uns oft die notwendige Sicherheit, um uns zu entfalten.


Wie meine ich das?


Zeitlicher Rahmen

Stell dir vor du möchtest neue Leute für dein Lieblingsthema begeistern. Auch wenn du über dein Lieblingsthema 8 Stunden ohne Vorbereitung reden kannst, ist das mit Sicherheit keine gute Idee. Besser ist es du nimmst dir vor nur 5 oder 10 Minuten zu sprechen und dabei wirklich das spannendste zu nennen. Danach sind Fragen herzlich Willkommen...


Aber was ist, wenn wir wissen, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen?



Komfortzone
Wunderbare Zeichnung von Antje Ziesmer. Du findest sie hier: https://azi-kreatives-coaching.com


Raus aus der Komfortzone

Wir Selbstständigen sind ja ständig dabei unsere Komfortzone zu verlassen oder wie ein Coach es mal umschrieben hat "in unsere Komm vor Zone" zu gehen. Mehr Sichtbarkeit, ein neues Interview, eine neue Zahl an Webinar-Besuchern, eine neue Plattform... Aber manchmal stehen wir auch direkt vor der Komm-vor-Zone und gehen keinen Schritt weiter.


Als Scanner-Persönlichkeit hat uns Barbara Sher mit ihren Büchern nicht nur eine wunderbare Erklärung für unser Anders-Sein geliefert, sondern auch mehrere wunderbare Ausreden, warum wir irgendetwas nicht tun können oder warum irgendetwas nicht bei uns funktioniert, wie es für andere funktioniert.

  • Ich brauche immer wieder eine Veränderung - xyz passt jetzt nicht

  • Ich interessiere mich einfach für so viele Dinge - ich kann mich jetzt nicht mit xyz beschäftigen.

  • Ich kann das nicht zu Ende bringen, ich bin ein Scanner.


Es ist Okay, dass du deinen Bauchladen liebst, weil du die Abwechslung brauchst.

Es ist Okay, dass du viele Personas bedienst, dass du Führungskräften, Arbeitslosen und unterforderten Angestellten helfen möchtest.

Es ist Okay, dass du einen Laden für Malutensilien hast, Yoga unterrichtest und Musikcoach bist.


Aber du mußt dich entscheiden, was du heute tun möchtest und wohin sich deine Unternehmungen entwickeln dürfen. Sonst bist du wie ein Fähnchen im Winde. Du reagierst nur noch und agierst nicht mehr. Damit gibst du deine Selbstbestimmung auf und verlierst deine Freiheit.


Priorisieren deine Träume

Priorisiere deine Träume und gebe dir dabei selber einen inhaltlichen Rahmen.

Barbara Sher sagt "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast". Ich sehe das anders. Du musst dich entscheiden, auch wenn du tausend Träume hast. Du musst festlegen, was du als nächstes machen möchtest. Du musst deine Träume priorisieren. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Traum einen Rahmen braucht, um umgesetzt werden zu können.


Wenn wir unseren Traum nicht umsetzen können, wenn wir weiter in unserer Komfortzone bleiben, dann sind wir nicht faul oder dumm. Sondern haben schlicht Angst vor dem Unbekannten, wir haben Angst überwältigt zu werden. Und die beste Medizin dagegen ist ein sinnvoller Rahmen.



Was kannst du in 3 Monaten erreichen?

Das kann ein zeitlicher Rahmen sein. Sehr beliebt sind die 90 Tage, 3 Monate oder 12 Wochen. Wir können uns super gut vorstellen, was man in dieser Zeit schaffen kann. Und wir können diese Zeit weiter unterteilen. Diesen Rahmen von 12 Wochen auszunutzen, ist unheimlich motivierend. Es gibt sogar ein Buch, welches behauptet, dass du mit der richtigen Planung in 12 Wochen genauso viel oder sogar noch mehr schaffst, als in 12 Monaten:


"Das 12-Wochen-Jahr: Wie Sie in 12 Wochen mehr schaffen als andere in 12 Monaten" von Brian Moran und Michael Lennington


Sich auf ein Thema zu beschränken, sich also einen inhaltlichen Rahmen zu setzen, fällt uns vielseitigen und vieltalentierten Menschen schon wesentlich schwerer. Es klappt besser, wenn wir uns auch hier einen zeitlichen Rahmen geben. Das gilt allerdings nicht für die Positionierung. Doch auch in der Positionierung gibt es eine kleine Hintertür: Nicht immer muß es die Nische sein, die uns Grenzen setzt. Es ist auch möglich unter einem "Positionierungsdach" zu arbeiten. Das kann eine Vision sein. Aber auch das klassische Markenversprechen ist ein Dach. Dieses Dach sorgt dafür, dass wir von unseren Interessenten verstanden werden. Aber genauso wichtig ist es für uns Selbstständige, die wir immer neue Ideen aus dem Hut zaubern können, dass wir selber Klarheit gewinnen, was wir geben wollen. Dieses Dach lenkt uns und unsere Ideenflut. Alles was nicht unter das Dach passt, aber umgesetzt werden will, ist ein Hobby.

Dieses Dach hat ein wenig die Funktion von einem Ziel, auf welches wir zu gehen. Ob wir dabei Umwege in Kauf nehmen, es systematisch einkreisen oder ganz gradlinig vorgehen, ist vollkommen egal. Hauptsache wir kommen an. Für mich entsteht der Weg beim Gehen. Das bedeutet, dass ich selten sehr geradlinig auf meine Ziele zugehe. Ich bin eher diejenige, die das Ziel systematisch einkreist und dabei sehr viel von der Umgebung kennen lernt. Ich schaue über den Tellerrand und entwickle dadurch neue Lösunge.


Verliebe dich in deine Kunden

Stefan Merath hat das Buch "Die Kunst seine Kunden zu lieben" geschrieben. Als ich diesen Titel das erste Mal gehört habe, fand ich ihn doof. Aber er hat mich auch neugierig gemacht. Also habe ich das Buch gelesen. Ja, du solltest deine Kunden lieben. Wenigstens ein bisschen, denn dann fällt es dir so viel leichter sie zu verstehen und mit Freude für sie zu arbeiten. Wenn ich mich auf die richtige Zielgruppe (gesellschaftlicher Rahmen) beschränke, dann kann mich auch das beflügeln. So sind Kindergärten meistens auf Kinder zwischen dem 3. und 7. Lebenjahr "beschränkt". Doch die Arbeit mit diesen Kindern, kann super bunt, vielseitig und vielschichtig gestaltet werden. Alles andere als langweilig und monoton. Trotzdem gibt es uns eine Richtung und sorgt für Klarheit.


Ich arbeitet nur noch...

Den gewohnten räumlichen Rahmen mußten in den letzen Jahren viele verlassen. Damit meine ich, dass viele, die sich Videokonferenzen nicht vorstellen konnten oder sie absolut abgelehnt hatten, plötzlich nur noch in online Meetings gesessen haben.

Es ist Okay, wenn du dir selber den Rahmen vorgibst und sagst, dass du nur online oder nur offline arbeiten möchtest, dass deine Kunden zu dir in die Praxis kommen sollen oder du sie in ihren Geschäftsräumen besuchen wirst. Setz dir einen räumlichen Rahmen, wenn das dir die Sicherheit gibt, die du brauchst, um anzufangen. Was ist dein nächstes großes Projekt. Hast du dir schon den nötigen Rahmen gesetzt, um anfangen zu können? Oder überlegst du noch wo und wie du beginnen solltest? Nutze deine Angst als Kompass. Wenn du wirklich Angst hast, dass es schief gehen könnte, dann ist es dir wirklich wichtig. Der Weg entsteht beim gehen. Wenn du den Anfang von deinem Weg nicht finden kannst, such dir einen Sparringspartner. Und dann setzt den Rahmen so wie es dir gut tut.


 

Was du jetzt tun kannst: Melde dich zu meinem Wochenimpuls an. Und du erfährst immer Sonntags die besten Neuigkeiten. Hier gehts zu meinem Wochenimpuls. Du willst mit mir den Rahmen setzen, der dir gut tut? Dann buche ein Kennenlerngespräch.


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